Unsere Geschichte

Die ersten Feuerwehren in Deutschland und natürlich auch in Bayern waren Pflichtfeuerwehren. Jedes männliche Gemeindeglied zwischen 18 und 60 Jahren war verpflichtet, nicht nur bei Bränden, sondern auch an den meist vierteljährlich abgehaltenen Übungen teilzunehmen.

Die ersten Feuerwehren in Deutschland und natürlich auch in Bayern waren Pflichtfeuerwehren. Jedes männliche Gemeindeglied zwischen 18 und 60 Jahren war verpflichtet, nicht nur bei Bränden, sondern auch an den meist vierteljährlich abgehaltenen Übungen teilzunehmen.
Auch bei uns in Pfaffenhofen gab es zunächst nur eine Pflichtfeuerwehr. Der Bürgermeister berief die Männer fast immer am Sonntag ein, entweder, vor oder nach dem Kirchgang, um an den von der Gemeinde gekauften und bereitgestellten Geräten zu üben.
Oftmals kam es dadurch zum Konflikt mit der Kirche und auch mit der Familie. So blieb für die Familie nur sehr wenig Zeit, denn unter der Woche war keine Zeit für eine Übung, am Samstag wurde noch bis Mittag oder bis 14.00 Uhr gearbeitet. Am Sonntagmorgen vor der Kirche oder am Nachmittag waren fast die einzig möglichen Zeiten, um eine Feuerwehrübung abhalten zu können.
Da mancherorts die Übungen auch just auf die Zeit der Gottesdienste verlegt wurden, gab es viele Beschwerden an das Bezirksamt Schwabach (bei uns) und an die Kreisverwaltung von Mittelfranken in Ansbach.

An Ausrüstung war gebräuchlich: Eimer, Stangen, Decken, Leitern und Einreißhaken, später auch Feuerspritzen. In der Gemeinde Pfaffenhofen selbst dürfte in der Zeit nach 1875 und vor 1880 eine Feuerlöschmaschine, also eine Druckspritze oder eine Druck- und Saugspritze angeschafft worden sein. Für die Jahre 1880 bis 1883 ist in Pfaffenhofen eine solche Feuerlöschmaschine belegt.
Alsdann bildete sich die Freiwillige Feuerwehr heraus, welche dann am 20.09.1884 aus der Taufe gehoben wurde.

Eingeteilt wurden die Feuerwehrmänner damals in: Spritzenmann, Steiger, Ordnungsmann und Signalist, dazu kamen die Führer wie Vorstand, Commandant, Adjutant und Chargen.

Allerdings blieben die Pflichtfeuerwehren noch lange neben den Freiwilligen Feuerwehren bestehen. So auch bei uns in Pfaffenhofen. Mindestens bis ins Jahr 1898 bestanden Pflichtfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr nebeneinander, wobei die Mitglieder der Pflichtfeuerwehr nach der Feuerlöschordnung immer der Freiwilligen Feuerwehr untergeordnet waren. Mitglieder der Pflichtfeuerwehr waren nicht versichert, bei Unfällen gab es keinen Schadensersatz weder für den Betroffenen noch für die Angehörigen.
Im Gegensatz dazu waren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren abgesichert. Sowohl die Feuerwehrleute als auch die Familienangehörigen erhielten im Schadensfall aus der Landesunterstützungskasse „bedeutende und reichliche“ Unterstützung.

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In dem nachfolgenden Bild sieht man ein Modell eines alten LF8, wie es die FFW Pfaffenhofen 60 Jahre nach ihrer Gründung anschaffte, um besser Brände bekämpfen zu können.

Allerdings dauerte es während der fortgeschrittenen Kriegszeit über 2 Jahre, bis das Fahrzeug endlich geliefert werden konnte. Der Preis für das komplett ausgestattete Fahrzeug betrug übrigens 12.473,98 Reichsmark und war in bar zu begleichen.
Das Fahrzeug selbst war ein Militärfahrzeug aus dem Afrikafeldzug in den Tarnfarben sandbeige und khakibraun, gebaut auf einem 3 t Opel – S- Blitz- Fahrgestell Löschfahrzeug LF 8 mit Tragkraftspritze TS8. Ab 1943 wurde der Fahrzeugtyp LF 8 für die Feuerschutzpolizei und die Luftwaffen in vereinheitlichter und vereinfachter Form geliefert. Die Wagen wurden mit einem aus Spanplatten und Preßholz gebauten Aufsatz ausgestattet. Als Fahrgestell diente ein etwas verkürztes Chassis des Opel- Blitz  3t, Type S 5600, 7- fache Bereifung 190 – 20, vorne einfach, hinten doppelt. Der Motor war ein 6- Zylinder Benzinmotor mit 75 PS Leistung. Der Aufbau war von Magirus- LF8/44, in Ausführung und Ausstattung gemäß den „Anordnungen“. Die feuerwehrtechnische Ausrüstung entsprach den „Anordnungen“, die Tragkraftspritze- TS 8, hatte 800 l/min Nennwasserfluß entsprechend „Kraftspritze 800 DIN 14560, einschließlich Werkzeug, Zubehör und Ersatzteile gemäß Einheitsangebot. Geliefert wurde das Fahrzeug von der Firma KHD- Werk Ulm frei Bahnhof Roth.

Mit diesem Fahrzeug fuhr die Feuerwehr zur Einsatzstelle Eibach, von der aus die Verteilung zur Brandbekämpfung vorgenommen wurde, um die durch die verheerenden Fliegerangriffe der Alliierten verursachten Flammeninfernos zu bekämpfen. Manchmal blieben die Feuerwehrmänner tagelang im Einsatz. Die Angst bei den Daheimgebliebenen war groß, denn sie wußten nicht, wie es ihren Männern erging. Auf der anderen Seite hatten auch die Feuermänner im Einsatz Angst, weil sie nicht wußten, ob nicht eine verirrte oder übrig gebliebene Bombe noch auf dem Heimflug von den Alliierten abgeworfen wurde oder, ob die „Amis“ vielleicht mittlerweile von der Munitionsfabrik in Pfaffenhofen Wind bekommen hatten und dieses Werk zu zerstören suchten.
Als dann für Pfaffenhofen der Krieg zuende ging, beschossen die Amerikaner mit Panzern das Bronzewerk in Pfaffenhofen und brachten es zum Brennen. Unser Feuerwehrauto fuhr trotzdem hin, um zu löschen, was noch zu löschen war. Als dann aber die Amerikaner weiter mit ihren Panzern schossen, ließen die Feuerwehrleute das Auto stehen und brachten sich in Sicherheit. Nachdem der Ort eingenommen war, mußte das Feuerwehrauto noch einige Zeit zur Brandbeobachtung beim Bronzewerk stehen bleiben. Nach ein paar Tagen war eines morgens dann das schöne Feuerwehrauto weg und die Pfaffenhofener Wehr war wieder ohne Einsatzfahrzeug.

1 Fzg.jpgDas erste Fahrzeug der FFW Pfaffenhofen

Nachdem jetzt die FFW Pfaffenhofen durch den Diebstahl ihres Fahrzeuges nicht mehr einsatzfähig war, beschwerte man sich alsbald bei den Besatzern, also den Amerikanern.

Bald darauf erhielten die Wehr aus den „gesammelten Beständen“ der US- Armee eine gebrauchte Motorpumpe Marke Rosenbauer, auf einem einachsigen Holzaufbau. Diese Pumpe war ein Zweitakter, welcher sehr gut lief, nur durfte man die Pumpe nicht abschalten, sonst sprang diese erst nach dem Abkühlen wieder an. Die Treibstoffzuteilung wird 1946 von Kommandant Scheuerlein erledigt. Hier geht es darum, Benzin für die Motorspritze zu ergattern, denn sonst ist keinerlei Einsatzmöglichkeit durch die Feuerwehr möglich.
Bis spätestens Mitte August 1950 soll die Wehr einen bereiften Anhänger TS 8 erhalten, damit im Ernstfall wieder die volle Löschbereitschaft gegeben ist, wie auch der BGM Bauer versicherte. Alle Übungen werden durch den Vereinsdiener ausgerufen. Die Hornisten werden durch Herrn Dechet geschult, ½ Stunde vor Beginn der Übung wird durch die Hornisten Sammelruf geblasen.
Wir stellen fest, 60 Jahre nach Gründung der FFW Pfaffenhofen erhielt die Wehr ihr 1. Motorfahrzeug, ein Feuerwehrauto der Marke Opel Blitz, ein LF8 mit 6- Zylindermotor und 75 PS. Auf dieses Fahrzeug mußte die Wehr nach Antragstellung 2 Jahre warten, bis sie dieses erhielt.
Auf das 2. Feuerwehrauto, ebenfalls ein LF8, mußte Pfaffenhofen dann 40 Jahre warten, aber seit der ersten Antragstellung am 13.06.1971 vergingen 14 Jahre, bis es dann endlich wieder am 29.03.1985 soweit war.

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Bis zum Ende des Jahres 1907 hatte die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen kein Zuhause.

Die Feuerwehrutensilien und auch die Feuerspritze mußten gegen Miete bei einzelnen Bauern in deren Scheune reihum eingestellt werden.


Erst durch den Kauf des Austragshauses Nr. 3b der Mahlmühle vom Müller Johann Biller fand unsere Feuerwehr eine hochgelobte Bleibe im Mittelpunkt von Pfaffenhofen. Außerdem war in diesem Sandsteingebäude auch noch die öffentliche Viehwaage untergebracht. In über 70 Jahren erfüllte dieses Gebäude immer seinen Zweck.


Nachdem der Rother Bürgermeister eine gründliche Renovierung des Feuerwehrhauses als unrentabel ablehnte, ging man daran, ein neues Gebäude selbst zu erstellen. Das Richtfest hierfür fand am 13.11.1975 statt, nachdem zuvor ganz still und heimlich das alte Traditionsgebäude abgerissen worden war. Ein schmuckloser Zweckbau zum Unterstellen der Feuerwehrgerätschaften nur war Pfaffenhofen zugestanden worden. Auf der Jahreshauptversammlung 1987 wird beschlossen, das Feuerwehrgerätehaus aufzustocken, um dann oben neben sanitären Anlagen auch einen geeigneten Schulungsraum für die Wehr zur Verfügung zu haben. Das Vorhaben wird 1990 in die Tat umgesetzt. Seitdem können alle Schulungen und Sitzungen dort abgehalten werden.

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Wir haben festgestellt, daß einiges an historischem Material aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffenhofen noch fehlt. Die Protokollbücher von der Gründung bis 1931 fehlen völlig. Bilder wurden gemacht, von der Feuerwehr gekauft und in Fotoalben eingeklebt. Wo sind diese geblieben?

Es wurden bisher 3 Gründungsfeste gefeiert, das 50- jährige Jubiläum, der damalige Vorstand Wilhelm Gebert bekam den Auftrag, von der Gründung bis eben ins Jahr 1934 hin alles zu erfassen und dann beim Festabend vorzutragen. Übrigens bleiben vom 50- jährigen Jubiläum genau 4,80 Reichsmark übrig. Wo sind diese Aufzeichnungen?


Das 75- jährige Jubiläum wurde am 20. bis 21.06.1959 im Spatzenholz und in den 2 Dorfwirtschaften abgehalten. 41 Feuerwehren nahmen am Festzug teil und 3 Kapellen mußten dabei spielen. Die Festschrift, Auflage 600 Stück, enthält eine Dorfchronik, geschrieben vom 1. Vorstand Hans Scheuerlein. Wilhelm Gebert schlägt vor, die Totenehrung in der Kirche abzuhalten, wenn bis zum Festtermin das Kriegerdenkmal noch nicht fertig sein sollte. Der Weckruf erfolgte bereits um 6.00 Uhr. Um 9.30 Uhr fand eine Schauübung und anschließend eine Alarmübung statt. Neben der neuzeitlich ausgerüsteten Wehr trat auch eine solche in Erscheinung, wie sie um die Jahrhundertwende üblich war. Beim Festzug wurde unsere historische Spritze von 2 Pferden gezogen, welche Hans Königsdörfer führte. Leider verbot das Landratsamt, daß das Pferdegespann auf die B2 durfte. So mußte Königsdörfer warten, bis der Festzug wieder an ihm vorbeiführte. Bei dem Fest blieben 2.625,55 DM übrig. Von diesen wurden 1.500 DM an die Gemeinde gespendet zum Ankauf von Feuerwehrutensilien und weitere 200.- DM für das Kriegerdenkmal.


Das 3. Feuerwehrfest war das 100-jährige Jubiläum der Wehr wurde vom 20. – 22. 07.1984 gefeiert. Unter der Federführung von Herbert Walchshöfer wurde in der Gemeinde Pfaffenhofen ein Feuerwerk von Veranstaltungen, Künstlerdarbietungen, Auftritten von bekannten Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen abgebrannt, welches unübertroffen der gesamten Bevölkerung in bleibender Erinnerung blieb. Auch finanziell erzielte die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen einen unwahrscheinlich großen Erfolg. In 14 Festausschußsitzungen wurde von den 22 Mitglieder des Festausschusses alles planbare genauestens durchgeplant, so daß die Festtage reibungslos ablaufen konnten. Höhepunkte der Feierlichkeiten waren der Auftritt von „Gitti und Erika“ mit der Kapelle „Isar- Express“, welche das 3.000- Mannzelt bis auf den letzten Platz füllten, der fränkische Abend mit dem Moderator Egon Helmhagen, das Auftreten des Xylographen Rieß in historischer Montur, in welcher er verkäufliche Holzdrucke herstellte und verkaufte, die Nürnberger Böllerschützen und die königlich bayerische Bürgerwehr- Artillerie Wolkersdorf, das Oldtimer- Feuerwehrauto aus der Namensvetterfeuerwehr Pfaffenhofen an der Ilm, die große Tombola mit den Freiflügen als Hauptpreisen, und schließlich und letztlich die Weihe und Enthüllung der aus Spenden finanzierten eigenen Feuerwehrfahne. Es war schon ein ergreifendes Bild, wie die neue Fahne mit der Dorfkirche auf der einen Seite und dem bayerischen Feuerwehrwappen auf der anderen Seite, getragen von dem Fahnenträger Martin Burmann, flankiert von seinen beiden Junkern und von der Fahnenbraut Petra Königsdörfer in einem herrlichen Dialog nach dem Festgottesdienst im Zelt von der Geistlichkeit eingesegnet wurde.

Das letzte war 2009 unser 125- jähriges Jubiläum. Vier Tage lang war das ganze Dorf auf den Beinen. 
Es begann mit einem Partyabend mit "Sepp und die Knutschbären" am Freitag. Am Samstag machten wir eine Schauübung für die Gäste und feierten Abends zusammen. Der Festkommers fand in der Turnhalle in Pfaffenhofen statt. Am Sonntag gedachten wir der Gefallenen Kameraden und feierten zusammen den Gottestdienst. Außerdem fand der große Festzug statt.

Wir freuen uns auf unser nächstes Feuerwehrjubiläum mit großem Fest zum 150-jähren Bestehen im Jahr 2034. Tragt es euch schon mal in den Kalender ein...

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